HUFTHEORIEN

Einleitung:

 

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick  ist unumgänglich - denn nur aufgrund von Tatsachen ist es zu erklären, wie es überhaupt möglich war, dass sich der Begriff "Huftheorie" binnen 10  - 12 Jahre so etablieren konnte, als wäre er immer schon dagewesen - und all der Unfug, der damit verbunden ist.

 

Wir brauchen gar nicht so weit zurückzugehen: 100 Jahre. Will man verstehen, was mit dem Pferd passiert ist, darf man jedoch nicht zurück schauen, sondern muss sich ins Jahr 1908 zurückversetzen. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass nach nicht einmal 30 Jahren Panzer und Flugzeuge ihren Platz einnehmen würden ..und

knapp später dann das Auto.Und das Pferd fiel - nach knapp 3000 Jahren Dienst am Menschen und seiner Kultur - ins Nichts.

 

Um 1960 herum war das Pferd - das normale Pferd - knapp am Aussterben - überprüfen Sie bitte die Statistiken. Regierungen, die 50 Jahre vorher ihre volle Aufmerksamkeit dem gesunden und gehenkönnenden Pferd schenken mussten, weil ohne sie kein Krieg zu führen war (auch keine Landwirtschaft, kein Nahverkehr)- hatten mit dem Pferd "nichts mehr am Hut". Gesetze, zwar vorhanden, wurden nicht verfolgt (Hufbeschlagsgesetz) - ohne Kläger, kein Richter.

 

Ende der 80er Jahre konnten sich viele Menschen ihren Traum erfüllen, sich selbst "ihr" Pferd zu halten. Das Pferd, vorher ein überlebenswichtiges Tier für den Staat,  dann ein Elitetier für die Reichen, wurde nun ein Freizeitpartner, ein Hobby - ein Zwischending zwischen Schoßtier und Nutztier. Diese Pferdebesitzer hatten nun keinerlei ERfahrung mit dem Lebewesen "Pferd. Sie waren Laien UND ihre Existenz war nicht abhängig davon, ob ihr Pferd gehen konnte oder nicht wie es ja nicht einmal 60 Jahre vorher der Fall war, weil es noch kein Auto gab.

 

 

Die 90er Jahre waren ein geradezu idealer Nährboden für Menschen, die willens waren, aus den folgenden Umständen Profit zu schlagen:

1. Keinerlei staatliches Interesse zur Durchsetzung bestehender Gesetze

ES hat niemanden, also keine Behörde interessiert, ob Gesetze im Zusammenhang mit dem Pferd beachtet wurden. Hufbeschlagsgesetz? Steht irgendwo. Zuletzt geändert in den 1940er Jahren. Eine Ausbildung wurde schon gar nicht eingefordert.

Wegen der paar Pferde????

 

2. Immer weniger staatlich geprüfte Schmiede für zu viele Pferdebesitzer

 

3. Ein fast verschwundenes Rechtsbewusstsein der Pferdebesitzer - Schäden, die den  

   Tieren "nicht gewerblicher" Tierbesitzer zugefügt wurden (egal jetzt ob durchTA     oder HB) oder werden, werden in den seltesten Fällen eingeklagt -

 

4. Eine neue Generation von Tierärzten - ganz so neu ist sie auch nicht mehr.

 In diesem Zusammenhang ist nur die Gleichgültigkeit zu erwähnen, mit der Tierärzte dem 'Tun und Lassen ihrer Berufskollegen zuschauen und schauten. Allein diese Gleichgültigkeit ermöglichte die herrschende Entwicklung.

  

5. Eine medizinische Wissenschaft, die im Auftrag kommerzieller Firmen "forschen" lässt -

 

6. Ein pilzartig und fast unkontrolliert sich ausbreitender Markt rund um die Pferde-

    gesundheit

   

7. Der sowohl von innen als auch von aussen immer größer werdende Druck auf die

Pferdebesitzer, "ja das BESTE für sein Pferd zu tun" - wobei die Frage nach dem "Was ist das BESTE??" als irrelevant abgetan wird. "DAs wird dir dein Tier wohl wert sein".  Menschen, deren soziales Umfeld in ihrem Stall zuhause ist, können dem Druck durch dieses Umfeld (z.B. durch "Jünger": dein Pferd muss barhuf gehen!!!!) nur schwer standhalten.

   8. Ja, und das Internet, mit dem es sich so herrlich Meinungen manipulieren lässt

 

Eine ganze Berufsgruppe  - eine neue - hat es sich zur Aufgabe gemacht, EINEN Berufsstand zu ersetzen: den Schmied. Aber ohne dessen (theoretisch vorhandener) Fachkenntnis, Erfahrung und gesetzlichen Verpflichtungen. Oder - anders ausgedrückt: völlig anders ausgerichtete "Fachleute" treffen auf ein gleich gebliebenes Geschöpf - das Pferd. UND ALLE WOLLEN SIE AN IHM VERDIENEN.

 

Das konnte nicht gut gehen...

bitte weiter

 

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