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Man soll ja nicht pingelig sein, aber manchmal ist es erforderlich. So wie hier. Auf den folgenden Seiten - und immer wieder an anderen Stellen der ECUS-Homepage - werden Sie die kleinen Wörter "normal", "normalerweiser", beim "normalen Pferd" etc. finden. Da - glaube ich

besteht ein Erklärungsbedarf:

"NORMAL" ??????

Der Mensch hat sein wichtigstes Haustier - nein, nicht der Hund - das Pferd sehr genau beobachtet und dabei festgestellt, dass eine gewisse Bauart des Pferdes (inklusive seiner Beine) eindeutig anderen Bauarten (Abweichungen) vorzuziehen ist.

 

Das kleine Wort "normal" bedeutet demnach im Zusammenhang mit dem Pferd: bestmögliche Voraussetzungen für einen möglichst langen und wirtschaftlich optimalen Einsatz. Es ist ein rein technisch und wirtschaftlich zu interpretierender Begriff. Abweichungen von der Norm bedeuten Abweichung von der Leistung und zwar im negativen Sinne, also weniger Ausdauer, weniger Kraft, weniger Trittsicherheit, dafür aber eine wesentlich grössere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Verletzungen und Verschleisserscheinungen, verbunden mit der sicher sehr hohen Wahrscheinlichkeit sehr hoher Behandlungskosten.

 

 

Das Problem an der Sache ist, dass Sie als normaler Pferdebesitzer nicht wissen, ob Ihr Pferd dem Kriterium "normal" - der Norm entsprechend

gebaut ist, der Norm entsprechende Beine hat und normentsprechende Hufe hat. Aber ich kann Sie hier beruhigen: Wenn Ihr Pferd ein wenig oder wenig mehr aus der Norm schlägt, hat dies keine tragischen Folgen - gefährlich kanns nur auf dem Gebiet der Hufbearbeitung werden. So kann ein eindeutig nicht dem Normalen zugerechneter schiefer Huf ein überaus gesunder Huf sein, wenn er sich an die darüberliegenden Knochen, bzw. deren Stellung angepasst hat. Einen solchen Huf auf NORMAL hinzutrimmen, hat für das Pferd ernsthafte - keine schönen - Folgen - es wird dadurch alles in Mitleidenschaft gezogen, abgesehen davon, dass ab dem 4. Lebensjahr eine Stellung nicht mehr über die Hufe korrigiert werden kann. Im Fohlenalter schon.

 

Da das Pferd logischerweise ein Individuum ist, ist der Begriff "normal"  genau genommen relativ, da alles um das Individuum Pferd herum relativ ist: Zucht, Aufzucht, Alter, Beanspruchung, Boden, Arbeit, Ernährung - und Hufbearbeitung, ein Umstand, den sowohl Huffachleute als auch Tierärzte unbedingt zu beachten haben.

 

 

 

AAABER

es gibt gewisse Eckpfeiler, die ein Hufbearbeiter kennen muss - wie will er feststellen, wie er die Hufe bearbeiten soll, wenn er die nicht kennt.

Es wäre vielleicht keine so schlechte Idee, den Ihrigen einmal dahingehend zu überprüfen.

   

 

 

DER HUF IST NICHT GRUNDLOS GEFORMT, WIE ER EBEN GEFORMT IST

 

 

ZWISCHEN RECHTEM UND LINKEM HUF

sowohl der VH als auch der HH besteht beim gerade stehenden (regelmässige Stellung) Pferd insofern ein Unterschied, dass die jeweils äussere Hornwand etwas schräger gestellt ist als die jeweilige innere Hornwand, die auch etwas dünner ist

 

 

Zwischen Vorderhuf und Hinterhuf

besteht insofern ein Unterschied, dass der hintere Teil des darübergebauten Pferdes zum Eingreifen in den Boden und zum Vorwärtsschieben des Körpergewichts bestimmt ist und der vordere Teil zum Auffangen der Körperlast.  Dies hat Auswirkungen bis auf den Bau der Knochen der jeweilig dazugehörenden Füsse - die Röhrenknochen, also die nochMittelfussken des Pferdes der Vorderhand sind queroval, die der Hinterhand kreisrund und damit tragfähiger***), was wiederum auf das Gesamtgewicht der Knochen Auswirkungen hat und natürlich auf den Bau der daran hängenden Zehenknochen, wozu das Hufbein nun einmal gehört. Die hinteren Hufe sind demzufolge etwas schmäler und zierlicher als die Vorderhufe und haben beim gesunden Pferd eine stärkere Sohlenwölbung. Es fällt nun einmal leichter, sich mit einer Spitzhacke in den Boden einzuklinken als mit einer Schaufel.

 

Das könnte noch sehr lange so weitergehen, aber ich glaub, für die mündliche Prüfung Ihres Hufstylisten reichts.

 

**)Lungwitz, Der Lehrmeister im Hufbeschlag. 1917. Seite 13

 

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Mag. Herta Haerpfer-Horn,

e-mail: haerpfer@ecus.net

 

 

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